Projektmanagement nach PMI oder PRINCE2?

Wieso oder, wenn Sie das Beste aus beiden Welten haben können?
 

Steffi Triest ist Geschäftsführerin der vicando mit Sitz in Berlin. Als Management-Consultant berät sie Unternehmen und deren Vorstände im strategischen Einsatz von Projektmanagement.

Vorher war sie sechs Jahre Managing Director der Semcon Project Management GmbH und verantwortlich für Deutschland, Schweiz und die Benelux-Länder.

Sie ist seit 20 Jahren in der Erwachsenenbildung tätig und verfügt über diverse Trainer-Zertifizierungen. Seit langem hat sie sich der Projektarbeit und damit dem Projektmanagement verschrieben und wirkt neben ihrer täglichen Praxis als Berater und Coach in verschiedenen Gremien (u.a. DIN-Projektmanagement-Norm 69900) aktiv an der Entwicklung des Berufsbildes mit. Man kennt sie als Rednerin auf internationalen Projektmanagement-Kongressen.

PMI Project Management Institute

Sie ist Gründerin und war bis 2013 Präsidentin des PMI Berlin/Brandenburg Chapter sowie Vorsitzende des Translation Verification Commitee des PMBOK-Guide 2004 und 2008.

Als Co-Autorin des Buchs "Das PMP-Examen" stellt sie die 9 PM (Projektmanagement) Wissensgebiete vor sowie weitere examensrelevante Hintergrundinformationen. Nachdem die ersten beiden Auflagen in kurzer Zeit vergriffen waren, ist es nun in einer überarbeiteten dritten Auflage erhältlich.

Lesen Sie hier eine Rezension des Buches im ProjektMagazin, bestellen können Sie das Buch hier

PRINCE2
Practitioner
&
Accedited
Trainer

Die PRINCE2-Zertifizierungen: Foundation und Practitioner

In ihrem neuen Buch "PRINCE2" stellt Steffi Triest das mehr und mehr in europäischen Projekten relevant werdende PRINCE2 vor sowie die angebotenen Examina  Prince2 Foundation sowie Prince2 Practitioner.

Beispielszenarios und Fragen geben einen guten Einblick in die zu erwartende Prüfungssituation und ermöglichen eine realistische Selbsteinschätzung.

Hier können Sie einen Auszug lesen, bestellen können Sie das Buch hier.

Mit dem Projekt PRINCE2:2009 erwartet uns eine bedeutende Überarbeitung der erfolgreichen Best-Practice Projektmanagementmethode. Lesen Sie diesen Artikel über den Fortschritt des Projekts und die geplanten Änderungen sowie deren Auswirkungen auf die Praxis.

Das Buch zur neuen Version hat sie gemeinsam mit Bert Hedemann geschrieben, bestellen können Sie es hier.

 

Gegenüberstellung PRINCE2 - PMI

Auf der Regionaltagung Berlin des PRINCE2-Deutschland e.V. am 7. Mai 2008 bei der init ag stellte Steffi Triest die Philosophien der Projektmanagementprogramme von PRINCE2 und PMI sowie deren Zertifizierungen gegenüber.

Oliver Buhr, Vorstandsmitglied PRINCE2-Deutschland e.V. führte im Anschluss ein Interview mit Frau Triest:

Frau Triest, wenn Sie vor der Frage stünden, sich im Bereich Projektmanagement zu zertifizieren, welches wäre das Zertifikat der Wahl?

Wie überall im Projektmanagement stoßen Sie auch bei dieser Wahl auf die Triple Constraint, das magische Projektmanagement-Dreieck. Es beschreibt die drei maßgeblichen Randbedingungen eines jeden Projekts, nämlich Zeit, Zielvorgabe und Kostenrahmen. Keine dieser Bedingungen kann verändert werden, ohne die anderen beiden zu beeinflussen. Kurzum, Sie müssen sich festlegen, wo Ihre Priorität liegt. Geht es um einen schnellen pragmatischen Einstieg in das Thema Projektmanagement, liefert PRINCE2 den optimalen Ansatz. PMI hingegen liefert mit dem PMBOK eine umfassende Enzyklopädie in allen Wissensgebieten des Projektmanagements.

Das klingt, als wenn PRINCE2 nur für "Einsteiger" ist, dabei werden doch auch große Projekte mit PRINCE2 gesteuert.
Nein, diese Vereinfachung geht zu weit. Beide Systeme bieten gute Ansätze, Projekte strukturiert und professionell durchzuführen. Wenn man sich mit der Grundlage von PRINCE2, dem Handbuch "Managing Sucessfull Projects with PRINCE2", auseinandersetzt und das PMBOK von PMI daneben hält, erhält man den Eindruck, es handelt sich um zwei verschiedene Dialekte der gleichen Sprache. In der Tat findet sich alles Wesentliche in beiden Werken wieder.

Aber die Methoden konkurrieren doch am Markt?
Das PMI verfolgt einen anderen Ansatz als PRINCE2 oder z.B. die anstehende ISO-Zertifizierung der Projektmanagement-Norm. Es will keine Methodik, keine Vorgehensweise festschreiben, sondern Wissen rund um Projektmanagement sammeln und verfügbar machen. Wie aus einem Baukasten kann sich dann jeder Projektleiter, jedes Unternehmen die auf ihre spezielle Herausforderung passende Lösung herausgreifen und weiter optimieren. Das ist natürlich zu Beginn etwas schwierig, wenn man Projektmanagement im Unternehmen einführen soll und von der schieren Menge überwältigt ist. Da liefert PRINCE2 mit seinen klaren Handlungsanweisungen und vorgefertigten Templates eine bessere Startposition. Sobald ein Verständnis für Projektmanagement Teil der Kultur des Unternehmens geworden ist, wird man nach zusätzlichen Lösungsansätzen für spezielle Probleme suchen - hier bietet der PMBOK-Guide reichlich Material. PMI und PRINCE2 ergänzen sich!

Zurück zur Ausgangsfrage: Welche Zertifizierung favorisieren Sie?
Hier muss man sich als Prüfungskandidat in erster Linie an den Zielen des Unternehmens sowie den eigenen Karrierezielen orientieren: Wer in einem internationalen Unternehmen mit stark amerikanischer Ausprägung oder Business-Partnern aus den USA zusammenarbeitet, die meist auf PMI setzen, sollte den PMP anstreben. Wer eher im europäischen Raum mit Partnern in Holland oder England aktiv ist, wird sich in Richtung PRINCE2 orientieren. Für den Einsteiger ist der Nachweis von 4.500 Stunden Erfahrung in der Projektführung realer Projekte bei der Zertifizierung zum PMP ein Hindernis, hier empfiehlt sich auch inhaltlich, mit PRINCE2 zu starten.

Heißt das, beide Zertifizierungen ergänzen sich?
Richtig, genau das ist der Fall. Für zertifizierte PMPs ist die PRINCE2-Ausbildung sogar als Rezertifizierungsbestandteil anrechenbar.

Frau Triest, vielen Dank für das Gespräch.
 

 

 

Deutsche PM Norm (DIN 69900 und 69901)

In der Arbeitsgruppe NQSZ-4 des DIN hat Steffi Triest an der Überabeitung der deutschen Projektmanagement Norm DIN 69900 bzw. DIN 69901 mitgearbeitet, die sich mit Projektmanagement-Begriffen sowie der Netzplantechnik befasst.

Lesen Sie dazu den Fachartikel von Andreas Heilwagen und Steffi Triest im Projektmagazin (hier).

 

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